Dr. Frank Girardi

Begriffserklärung


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Kolposkopie

Die kolposkopische Untersuchung

Die Patientin wird auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl in Steinschnittlage gebracht. Für das Einstellen der Zervix werden die selbsthaltenden Entenschnabelspekula verwendet. Die Spitzen der Spekula müssen in den Fornices der Vagina liegen und diese voll entfalten. Auf diese Weise kann die Zervix (Muttermund) samt den angrenzenden Scheidengewölben gut überblickt werden. Nach der Einstellung der Zervix wird die Beschaffenheit des Scheidensekretes und des Zervixsekretes beurteilt sowie ein grober Überblick über die makroskopischen Verhältnisse gewonnen.

Mittels etwa nussgroßer Wattetupfer, die mit einer anatomischen Pinzette gefasst werden, wird das Beobachtungsfeld von störendem Scheidensekret gereinigt. Die Zervix und die sichtbaren Veränderungen der Vagina werden nun kolposkopisch betrachtet. Zu beachten sind Farbnuancen, Niveauunterschiede in veränderten und unveränderten Schleimhautabschnitten sowie die Art der Abgrenzung der Veränderungen vom unveränderten Epithel.

Besonderes Augenmerk ist den kapillären Blutgefäßen zu widmen. Sie sind in diesem Stadium des Untersuchungsganges oft wesentlich besser sichtbar als nach Applikation der Essigsäurelösung. Jetzt wird mit einem Spatel oder einem feuchten Watteträger unter kolposkopischer Sicht der Zellabstrich angenommen, auf einem Objektträger ausgestrichen und mit einem Spray fixiert (Cytologie).

Essigprobe:

Die gesamte Zervix, vor allem die kolposkopisch bereits erkannten Veränderungen, werden nun mit 3 %iger Essigsäurelösung behandelt. Die satt getränkten Tupfer werden mit einer anatomischen Pinzette gefasst. Um Verletzungen zu vermeiden, sind die Veränderungen nur abzutupfen und nicht abzuwischen. Die überschüssige Essigsäurelösung wird mit trockenen Tupfern entfernt.

Nach der Applikation der Essigsäurelösung erfolgt der wichtigste Teil der kolposkopischen Untersuchung: Die vom Schleim befreiten, stark aufgehellten und optimal dargestellten Veränderungen können nun einer genauen Betrachtung unterzogen werden. Dabei ist besonders auf einen durch die Essigsäurelösung bedingten Farbwechsel des veränderten Epithels sowie auf eine Quellung des Epithels im kolposkopisch veränderten Bezirk zu achten. Die beiden letzten Zeichen sind wichtige Kriterien für die Einstufung der kolposkopischen Läsionen. Es ist besonders wichtig, zu beachten, dass es bis zu einer Minute dauern kann, bevor der Farbumschlag und auch die Quellung des veränderten Epithels voll ausgeprägt sind.

Jodprobe:

Ein Wattetupfer wird in Lugol-Lösung getränkt und diese in gleicher Weise appliziert wie die Essigsäure. Wieder wird überschüssige Flüssigkeit mit trockenen Tupfern entfernt. Zunächst ist zu beobachten, ob sich im Rahmen der ]odprobe typische hellgelbe und scharf abgegrenzte Veränderungen dargestellt haben, die der bisherigen Untersuchung entgangen sind. Zum Zweiten ist besonders darauf zu achten, weIchen Farbton die Veränderungen angenommen haben. Schließlich wird mit keiner Methode die scharfe Grenze zwischen den echten Umbauvorgängen des Epithels und dem unveränderten Plattenepithel besser zur Darstellung kommen als nach Anfärbung mit der ]odlösung.


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